Auf den Bildern kriegt ihr einen Eindruck davon...
Dienstag, 10. Mai 2011
Traditionelle Todesfeier
Hier noch ein paar Bilder von letztem Wochenende, an dem Bri und ich bei einer Todesfeier eingeladen waren. Hier wird ein Jahr, nachdem jemand stirbt nocheinmal eine richtig grosse Feier veranstaltet, um den Toten so zu sagen endgueltig zu entlassen. Viele traditionelle Taenze, Palmwein, Gesaenge und Jujus (das sind so etwas wir Geister... So genau kann das hier aber auch niemand erklaeren)
Auf den Bildern kriegt ihr einen Eindruck davon...



Auf den Bildern kriegt ihr einen Eindruck davon...
Waisenhaus - Alltag
Halli Hallo, ich hatte eigentlich etwas zuhause vorgeschrieben, was jetzt aber irgendwie leider nicht auf meinem Usb-stick erscheint... Naja, soviel gibt es nicht zu erzaehlen und ihr werdet euch wahrscheinlich sowieso am meisten ueber die Bilder von meinen allerliebsten suessen Kinderleins freuen. seit zwei Wochen sind es jetzt viel kleine kleine Babies, die neu dazu gekommen sind. Das juengste ist zwei Wochen alt, das aelteste vier Monate. das bedeutet a\Arbeit fuer mich. Aber es ist schoen! Und sie sind auch relativ pflegeleicht und vor allem ganz bezaubernd und dickbaeckig! =)
Mein Baby, das ich schon am Anfang meines Jahres auf dem Ruecken herumgetragen habe und gefuettert habe und in den Schlaf gesungen habe, hat mich natuerlich noch erkannt, als ich aus Tam\benken zurueckkam und ist gerade in einer sehr anhaenglichen Phase... Irgendiwe freut es einen, wenn es anfaengt zu weinen, wenn man es herunternimmt, aber es ist natuerlich auch nicht gut, dass es so abhaengig ist von mit. Ich bin ja jetzt nur noch drei Wochen im Waisenhaus und wechsel dann nochmal meine Arbeitsstelle... Ja, soweit mein kurzer kurzer Bericht. Viel Spass mit den Bildern. Alles Liebe, Ruthi



Mein Baby, das ich schon am Anfang meines Jahres auf dem Ruecken herumgetragen habe und gefuettert habe und in den Schlaf gesungen habe, hat mich natuerlich noch erkannt, als ich aus Tam\benken zurueckkam und ist gerade in einer sehr anhaenglichen Phase... Irgendiwe freut es einen, wenn es anfaengt zu weinen, wenn man es herunternimmt, aber es ist natuerlich auch nicht gut, dass es so abhaengig ist von mit. Ich bin ja jetzt nur noch drei Wochen im Waisenhaus und wechsel dann nochmal meine Arbeitsstelle... Ja, soweit mein kurzer kurzer Bericht. Viel Spass mit den Bildern. Alles Liebe, Ruthi
Die nachgereichten Bilder vom Mount Cameroon!
Montag, 11. April 2011
28.3.2011 - Bergbesteigung, (nicht)-Anfang der Regenzeit, Farmarbeit
Halli Hallo!
Schon wieder ist einige Zeit vergangen und ich habe viel erlebt und gelebt.
Der letzte Monat bestand bei uns vor allem aus touristischen Aktionen, Besuch aus Deutschland und ein bisschen Urlaub, bevor wir im April alle wieder anfangen werden, zu arbeiten. Die Hauptattraktion war da wohl die Besteigung der aktiven Vulkans Mount Cameroon, der mit seinen 4070 m Höhe der höchte Berg in Westafrika ist. Wir waren 3 Tage unterwegs, mit einem Führer und persönlichen Gepäckträgern (Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen dekadent an, aber man darf garnicht ohne Träger gehen, sie verdienen dadurch ihr Geld und sind wirklich einfach stärker und trainierter als wir – Wasser für drei Tage 3000 Höhenmeter hochzuschleppen ist einfach anstrengend. Ich war froh, dass ich es geschafft hab, mich selbst hochzuschleppen =)). Wir starteten auf einer Höhe von ca. 1000 m und liefen am ersten Tag 16 km 1760 Höhenmetern, also ca. 2/3 des Berges, übernachteten dort in einer von Kolonialherren gebauten einfachen Holzhütte, erreichten am zweiten Tag dann die Spitze (ca. 6 km) und dann 24 km Abstieg, Übernachtung im Zelt bei einem Campinplatz, am dritten Tag nöch den Rest (ca. 12 km). So ging es durch verschiedenste Landschaften, zunächst durch den Regenwald mit unglaublichen Baumriesen und sehr feuchtwarmen tropischen Klima, über schwarze Böschungen aus harter Lava mit knorrigen Bäumen und spärlicher Vegetation bis hinauf zur Spitze über Geröll und Lavasand mit Kratern und dampfender Erde und mit eiskaltem Wind (ich war sehr dankbar über meine 2 Pullover, eine Windjacke, Handschuhe und Schals!). Der Abstieg war jedoch noch viel interessanter. Wir nahmen einen anderen Weg zurück (es hätte auch keinen Spaß gemacht, die steilen Geröllhänge wieder herunderzuschlittern), der durch unglaublich beeindruckende Lava-, Steppe-, Krater- und Graslandschaften führte (das kann man nur mit den Fotos wirklich erklären), die uns auch teilweise an die Landschaften aus „Herr der Ringe“ erinnerte. Die Träger und der Führer waren sehr nett, uns wurde viel über die Natur, aber auch über die alten Geschichten und Sagen der Berges erzählt. So mussten wir zum Beispiel traditionell mit Palmbüschen tanzen, um von dem Berggott die Erkaubnis zu bekommen, heraufzusteigen. Insgesamt haben sich ale Kosten und Anstrengungen wirklich gelohnt, um diese wunderbare Erfahrung zu machen. Die Bilder sagen wohl mehr, als meine Worte sagen könnten.
Ansonsten haben wir in Kumbo ohne fliessendes Wasser das Ende der Trockenzeit erlebt. Die Regenzeit sollte eigentlich am 15. März anfangen. Bis jetzt hat es zweimal stark geregnet, als wir nicht da waren und ansonsten fühlt es sich weiterhin sehr trockenzeitig, staubig an. Hoffentlich wird es nicht, wie letztes Jahr, als die Regenzeit erst im Mai anfing... Natürlich ist es schön, blauen Himmel und Sonnenschein zu haben. Wenn das allesdings auch mit Wasserschleppen und schrecklich feinkörnigem roten Staub, mit dem man nach jeder Bike-Fahrt vollkommen bedeckt ist, verbunden ist, wünscht man sich doch auch den Regen zurück, auch wenn dieser dann Schlamm, rutschige Straßen, Schmutz und Warten, bis der Regen aufhört, bevor man aus dem Haus geht, bedeutet...
In der Zeit, bevor die Regenzeit anfängt, werden hier die Felder umgegraben und bepflanzt, sodass gerade am Ende meiner Zeit im Dorf (Ende Februar) alle (vor allem natürlich die Frauen, denn Farmarbeit ist hier ja bekanntlich Frauenarbeit) damit beschäftigt waren. Ich bin auch einmal mit dem Mädchen, das im health centre putzt, von dem ich im letzten Bericht erzählt habe (das mit 18, einem Mann und einem Kind, ohne Mutter, den ganzen Vormittag im Health centre putzt und nachmittags dann noch zur Farm muss und für die Familie kochen ect...), zusammen auf ihre Farm gegangen. Eigentlich hatte ich wirklich die Intension, ihr ein bisschen der schweren Arbeit abzunehmen. Leider sind wir nach ca. Einer Stunde wieder gegangen, nachdem sie darauf gedrängt hatte. Ich weiß nicht genau, warum, aber wahrscheinlich war der Grund, dass ich dabei war, und man dem „white man“ wohl nicht so viel Arbeit zumuten kann... Das ist ein wirklich blödes Gefühl, wenn man nach 7 Monaten, die man jetzt schon hier ist, immernoch mit Samthandschuhen angefasst wird und immernoch wie ein Fremder, der nicht mit anpacken kann... Oft kommt es mir so vor, als ob der größte Rassismus von den Schwarzen selbst begangen wird, indem sie sich automatisch den Weißen unterordnen und diese für etwas besseres halten. Ich weiß nciht, wie oft ich schon zu hören bekommen habe, dass unsere Haut doch viel weicher und dünner sei und wir nicht so viel arbeiten könnten, dafür aber so schlau seien und doch alles besser wüssten, Gott den Weißen so viel Intelligenz gegeben habe, dass sie all diese modernen Technologien entwickeln konnten und überhaupt die Deutschen im Speziellen sehr starke Menschen wären (wahrscheinlich weil alle Gebäude und Brücken, die in Kamerun von den Deutschen gebaut wurden, heute immernoch stehen und immernoch stabil sind und ihren Zweck erfüllen). Wenn ich dann erwiedere, dass wir doch alle Menschen sind und gleich und ich auch matanpacken kann, putzen kann, Felder umgraben kann, und sie genauso schlau oder dumm sind, wie wir Weißen, dann wird nur verlegen gelacht und nicht weiter darauf eingegangen...
Naja... Jedenfalls habe ich leider nur eine Stunde auf dieser Farm mit den lokalen, für uns sehr koisch geformten Hacken, gearbeitet, hätte gern noch mehr gemacht, war aber auch nach einer Stunde schon recht geschafft und hatte eine Blase an der Hand – Insofern haben sie Recht: Wir sind einfach nicht an harte körperliche Arbeit gewöhnt! (was aber nichts mit der Hautfarbe, sondern mit der Umgebung, in der wir groß geworden sind und unserer Erziehnung zu tun hat)...
Die Zeit auf dem Dorf ist jetzt jedenfalls vorbei und ich wurde sehr sehr sehr schön verabschiedet, sowohl von den Schwestern, die getanzt und gesungen haben, einen Kuchen gebacken und eine sehr liebe Abschiedskarte geschrieben haben als auch von den Mitarbeitern des health-centres, von denen ich den Uniform-Stoff der health-centre-Familie geschenkt bekommen habe (aus diesem Stoff haben sich alle, die dort arbeiten Kleidung nach ihrem Geschmack schneidern lassen. Diese wird dann zu bestimmten Arbeitsangelegenheiten getragen). Ich bin jetzt also Teil dieser Familie und habe meinen Stoff auch schon zur Schneiderin gegeben... =)
Ab nächster Woche werde ich wieder im Waisenhaus arbeiten und freue mich schon sehr darauf, meine Kinder wiederzusehen. Nach zwei Monaten werde ich dann nochmal meine Stelle wechseln und in der maternity (also der Geburtenstation) des großen Krankenhauses arbeiten, an das das Waisenhaus gekoppelt ist. Im health-centre war ich von den Geburten so fasziniert, dass ich gerne noch mehr erleben darüber erfahren will. Das wird bestimmt auch nochmal sehr interessant. Überhaupt werden die nächsten vier Monate genauso wie die letzten acht nur so vorbeifliegen. Das heißt auch, dass es garnichtmehr lange dauert, bis ich am 26. Juli am Frankfurter Flughafen lande und dann wieder ganz normal im Deutschen Luxus leben werde... Verrückt! Aber ich freu mich auch ein bisschen darauf =)
Schon wieder ist einige Zeit vergangen und ich habe viel erlebt und gelebt.
Der letzte Monat bestand bei uns vor allem aus touristischen Aktionen, Besuch aus Deutschland und ein bisschen Urlaub, bevor wir im April alle wieder anfangen werden, zu arbeiten. Die Hauptattraktion war da wohl die Besteigung der aktiven Vulkans Mount Cameroon, der mit seinen 4070 m Höhe der höchte Berg in Westafrika ist. Wir waren 3 Tage unterwegs, mit einem Führer und persönlichen Gepäckträgern (Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen dekadent an, aber man darf garnicht ohne Träger gehen, sie verdienen dadurch ihr Geld und sind wirklich einfach stärker und trainierter als wir – Wasser für drei Tage 3000 Höhenmeter hochzuschleppen ist einfach anstrengend. Ich war froh, dass ich es geschafft hab, mich selbst hochzuschleppen =)). Wir starteten auf einer Höhe von ca. 1000 m und liefen am ersten Tag 16 km 1760 Höhenmetern, also ca. 2/3 des Berges, übernachteten dort in einer von Kolonialherren gebauten einfachen Holzhütte, erreichten am zweiten Tag dann die Spitze (ca. 6 km) und dann 24 km Abstieg, Übernachtung im Zelt bei einem Campinplatz, am dritten Tag nöch den Rest (ca. 12 km). So ging es durch verschiedenste Landschaften, zunächst durch den Regenwald mit unglaublichen Baumriesen und sehr feuchtwarmen tropischen Klima, über schwarze Böschungen aus harter Lava mit knorrigen Bäumen und spärlicher Vegetation bis hinauf zur Spitze über Geröll und Lavasand mit Kratern und dampfender Erde und mit eiskaltem Wind (ich war sehr dankbar über meine 2 Pullover, eine Windjacke, Handschuhe und Schals!). Der Abstieg war jedoch noch viel interessanter. Wir nahmen einen anderen Weg zurück (es hätte auch keinen Spaß gemacht, die steilen Geröllhänge wieder herunderzuschlittern), der durch unglaublich beeindruckende Lava-, Steppe-, Krater- und Graslandschaften führte (das kann man nur mit den Fotos wirklich erklären), die uns auch teilweise an die Landschaften aus „Herr der Ringe“ erinnerte. Die Träger und der Führer waren sehr nett, uns wurde viel über die Natur, aber auch über die alten Geschichten und Sagen der Berges erzählt. So mussten wir zum Beispiel traditionell mit Palmbüschen tanzen, um von dem Berggott die Erkaubnis zu bekommen, heraufzusteigen. Insgesamt haben sich ale Kosten und Anstrengungen wirklich gelohnt, um diese wunderbare Erfahrung zu machen. Die Bilder sagen wohl mehr, als meine Worte sagen könnten.
Ansonsten haben wir in Kumbo ohne fliessendes Wasser das Ende der Trockenzeit erlebt. Die Regenzeit sollte eigentlich am 15. März anfangen. Bis jetzt hat es zweimal stark geregnet, als wir nicht da waren und ansonsten fühlt es sich weiterhin sehr trockenzeitig, staubig an. Hoffentlich wird es nicht, wie letztes Jahr, als die Regenzeit erst im Mai anfing... Natürlich ist es schön, blauen Himmel und Sonnenschein zu haben. Wenn das allesdings auch mit Wasserschleppen und schrecklich feinkörnigem roten Staub, mit dem man nach jeder Bike-Fahrt vollkommen bedeckt ist, verbunden ist, wünscht man sich doch auch den Regen zurück, auch wenn dieser dann Schlamm, rutschige Straßen, Schmutz und Warten, bis der Regen aufhört, bevor man aus dem Haus geht, bedeutet...
In der Zeit, bevor die Regenzeit anfängt, werden hier die Felder umgegraben und bepflanzt, sodass gerade am Ende meiner Zeit im Dorf (Ende Februar) alle (vor allem natürlich die Frauen, denn Farmarbeit ist hier ja bekanntlich Frauenarbeit) damit beschäftigt waren. Ich bin auch einmal mit dem Mädchen, das im health centre putzt, von dem ich im letzten Bericht erzählt habe (das mit 18, einem Mann und einem Kind, ohne Mutter, den ganzen Vormittag im Health centre putzt und nachmittags dann noch zur Farm muss und für die Familie kochen ect...), zusammen auf ihre Farm gegangen. Eigentlich hatte ich wirklich die Intension, ihr ein bisschen der schweren Arbeit abzunehmen. Leider sind wir nach ca. Einer Stunde wieder gegangen, nachdem sie darauf gedrängt hatte. Ich weiß nicht genau, warum, aber wahrscheinlich war der Grund, dass ich dabei war, und man dem „white man“ wohl nicht so viel Arbeit zumuten kann... Das ist ein wirklich blödes Gefühl, wenn man nach 7 Monaten, die man jetzt schon hier ist, immernoch mit Samthandschuhen angefasst wird und immernoch wie ein Fremder, der nicht mit anpacken kann... Oft kommt es mir so vor, als ob der größte Rassismus von den Schwarzen selbst begangen wird, indem sie sich automatisch den Weißen unterordnen und diese für etwas besseres halten. Ich weiß nciht, wie oft ich schon zu hören bekommen habe, dass unsere Haut doch viel weicher und dünner sei und wir nicht so viel arbeiten könnten, dafür aber so schlau seien und doch alles besser wüssten, Gott den Weißen so viel Intelligenz gegeben habe, dass sie all diese modernen Technologien entwickeln konnten und überhaupt die Deutschen im Speziellen sehr starke Menschen wären (wahrscheinlich weil alle Gebäude und Brücken, die in Kamerun von den Deutschen gebaut wurden, heute immernoch stehen und immernoch stabil sind und ihren Zweck erfüllen). Wenn ich dann erwiedere, dass wir doch alle Menschen sind und gleich und ich auch matanpacken kann, putzen kann, Felder umgraben kann, und sie genauso schlau oder dumm sind, wie wir Weißen, dann wird nur verlegen gelacht und nicht weiter darauf eingegangen...
Naja... Jedenfalls habe ich leider nur eine Stunde auf dieser Farm mit den lokalen, für uns sehr koisch geformten Hacken, gearbeitet, hätte gern noch mehr gemacht, war aber auch nach einer Stunde schon recht geschafft und hatte eine Blase an der Hand – Insofern haben sie Recht: Wir sind einfach nicht an harte körperliche Arbeit gewöhnt! (was aber nichts mit der Hautfarbe, sondern mit der Umgebung, in der wir groß geworden sind und unserer Erziehnung zu tun hat)...
Die Zeit auf dem Dorf ist jetzt jedenfalls vorbei und ich wurde sehr sehr sehr schön verabschiedet, sowohl von den Schwestern, die getanzt und gesungen haben, einen Kuchen gebacken und eine sehr liebe Abschiedskarte geschrieben haben als auch von den Mitarbeitern des health-centres, von denen ich den Uniform-Stoff der health-centre-Familie geschenkt bekommen habe (aus diesem Stoff haben sich alle, die dort arbeiten Kleidung nach ihrem Geschmack schneidern lassen. Diese wird dann zu bestimmten Arbeitsangelegenheiten getragen). Ich bin jetzt also Teil dieser Familie und habe meinen Stoff auch schon zur Schneiderin gegeben... =)
Ab nächster Woche werde ich wieder im Waisenhaus arbeiten und freue mich schon sehr darauf, meine Kinder wiederzusehen. Nach zwei Monaten werde ich dann nochmal meine Stelle wechseln und in der maternity (also der Geburtenstation) des großen Krankenhauses arbeiten, an das das Waisenhaus gekoppelt ist. Im health-centre war ich von den Geburten so fasziniert, dass ich gerne noch mehr erleben darüber erfahren will. Das wird bestimmt auch nochmal sehr interessant. Überhaupt werden die nächsten vier Monate genauso wie die letzten acht nur so vorbeifliegen. Das heißt auch, dass es garnichtmehr lange dauert, bis ich am 26. Juli am Frankfurter Flughafen lande und dann wieder ganz normal im Deutschen Luxus leben werde... Verrückt! Aber ich freu mich auch ein bisschen darauf =)
Freitag, 4. Februar 2011
wies mir so gehts
So erschreckend und bedrückend dieser Bericht jetzt vielleicht klingen mag (vielleicht auch nicht, ich weiss nicht) – mir geht es nach wie vor wirklich gut. Es sind viele wertvolle Erfahrungen, die ich hier mache, auch wenn manchmal Sprach- und Hilflosigkeit meinerseits einfach dazugehören. Doch fühle ich mich im Großen und Ganzen sehr wohl und werde überall mit einer kaum zu glaubenden Offenheit und Freundlichkeit empfangen, es wird gesungen und getanzt, Menschen lachen und sind fröhlich, trotz allem, was in mir wieder hohe Bewunderung und Ehrfurcht gegenüber den Menschen hier auslöst und ich hoffe, von ihnen zu lernen, unsere kleinen Problemchen in Europa dadurch etwas relativiert betrachten zu können und das, was ich habe, wirklich schätzen zu wissen und froh und dankbar um alles zu sein, was ich erleben darf.
Dienstag, 1. Februar 2011 - Eindruecke aus dem health centre
Die Arbeit im health centre ist sehr interessant, vorausgesetzt, es sind Patienten da, was leider nicht immer der Fall ist. Es seien wohl viele Menschen krank zuhause, aber für einen Gang zum health centre und eine professionelle Behandlung dort fehlt leider vielen das Geld, wenn es auch wirklich, verglichen mit anderen Krankenhäusern, die zum Beispiel vond er Regierung geführt werden, nicht teuer ist, sich hier behandeln zu lassen. Soetwas wie eine Krankenversicherung gibt es nicht, doch so etwas ähnliches wird gerade versucht, einzuführen und so viele Menschen wie möglich zu registrieren, nur, dass viele den Sinn dahinter nicht wirklich verstehen und somit das jährlich eingezahlte Geld als aus dem Fenster geschmissen ansehen, wenn sie selbst in diesem Jahr nicht krank sind und eine Behandlung benötigen. Dass dafür dann aber andere davon profitieren können und sie selbst, wenn sie es dann brauchen, vom Geld der anderen, ist zu langfristig gedacht. Dafür ist das Geld einfach zu wertvoll im Augenblick – Es ist wohl wirklich sehr mühsam, diese Art Krankenkasse den Leuten schmackhaft zu machen. Je mehr Menschen registriert sind, desto mehr kann die Krankenkasse dann auch leisten und unterstützen, aber wenn sich nur wenige überzeugen lassen, dass es wirklich eine sinnvolle Investition für die Zukunft ist, kann auch nicht so viel von der Kasse übernommen werden. Im Moment werden 75% von Krankenhausrechnungen übernommen, vorausgesetzt, es ist keine besondere Behandlung, wie zum Beispiel am Herzen oder an den Zähnen. Diese werden garnicht übernommen. Außerdem zahlt die Kasse nur bis zu einem bestimmt Betrag. Wenn die 75% mehr als dieser Betrag sind, muss der Patient den Rest bezahlen. Das ist zwar immernoch nicht perfekt, aber schon eine große Erleichterung für die Menschen hier, denn die meisten Rechnungen, die hier bezahlt werden, gehen über diesen Betrag nicht hinaus.
Die wenigen Patienten, die wir haben, müssen dann noch nicht einmal, wie bei uns in Krankenhäusern, von den Krankenschwestern gewaschen, gefüttert oder gepflegt werden. Diese Aufgaben werden in den kamerunischen Krankenhäusern von Familienmitgliedern übernommen. So bekommt jeder Patient sein eigenes Essen von seinem persönlichen „Pfleger“ gekocht (es gibt eine Feuerküche extra dafür auf dem Gelände des health centres), Windeln für frisch geborene Babies werden von den Familien selbst gebracht und gewaschen, die Badewanne für Babies wird selbst gebracht, Wasser zum trinken, Geschirr, Besteck, eientlich alles, was man so braucht, außer Medizin, bringen die Verwandten und Freunde, die für den Patienten sorgen. So bleibt also nicht allzu viel Arbeit für die Krankenschwestern- und pfleger, die vor allem Fieber und Blutdruck messen, Medikamente verteilen, Infusionen legen, Spritzen geben und hier eben auch, da kein Arzt vorhanden ist, Babies auf die Welt bringen und Diagnosen stellen. Viele der Patienten hier kommen mit Malaria, entzündeten Wunden, Durchfall, Husten, einige auch mit Unterernährungserscheinungen, die sie eigentlich nicht haben müssten, weil sich hier jeder mit seiner Farm ausgewogen ernähren könnte. Oft werden aber die Dinge mit den wichtigen Inhaltsstoffen für eine ausgewogene Ernährung, wie Erdnüsse, Bohnen, Kürbiskerne und Obst auf dem Markt verkauft und für sich selbst oder die Kinder bleibt dann nur Fufu, Yams (Knollenfrüchte, ähnlich wie Süßkartoffeln), Kartoffeln, ect., mit Öl zubereitet, vielleicht ein bisschen Njama Najma, gekochte Kürbisblätter oder anderes grünes spinatähnliches Gemüse – auch mit viel Öl zubereitet... Essen, das zwar sättigt, aber nicht besonders nährstoffreich ist.
Außerdem werden hier viele Kinder geboren, es gibt auch ein regelmäßiges Massenscreening für Schwangere und Neugeborene. So habe ich jetzt schon vier Geburten miterlebt, die zum Glück alle gut gegangen sind, mit gesunden Kindern und Müttern. Väter sind hier grundsätzlich nicht bei Geburten dabei und kommen vielleicht mal danach, um das Ergebnis zu begutachten – vor allem, wenn es ein Junge geworden ist. Geburten sind also, wie bei uns auch noch vor einiger Zeit, ganz klar Frauensache. Außerdem sind die Frauen jung! 15, 19 und 20 waren drei von den vier Mütter – alle mit ihrem ersten Kind... und alle verheiratet – ob freiwillig oder nicht, ob aus Liebe oder pragmatischen Gründen, wie alt der Ehemann ist und wieviele andere Frauen er noch hat – das weiß ich nicht und will es vielleicht auch garnicht wissen... Ein oder zwei Tage nach der Gebutr werden die Jungs hier alle beschnitten – aus hygienischen Gründen und, weil jemand unbeschnittenes Schwierigkeiten haben wird, ein Frau zu finden. Da Babies ja noch nicht so viel mitkriegen, bzw. alles wieder vergessen, brauchen sie auch keine Narkose. Das Kind wird ordnetlich festgehalten und dann gehts los. Ganz unter dem Motto: „Was nicht tötet, härtet ab“ ...
Dazu, wie hygienisch und steril hier alles ist, kann ich nicht so viel sagen, weil ich die deutschen Standarts noch nicht so gut erleben konnte – dazu weiß ich einfach noch zu wenig. Vielleicht ist es auch besser, dass ich noch nicht so viel weiß, dann merke ich wenigstens nicht, was alles falsch gemacht wird. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge um mich, denn die Arbeiter hier schützen sich schon ausreichend – vor allem wird auf mich besonders gut acht gegeben =)!
Was außerdem sehr auffällig und bedrückend ist, ist die doch auffällige Anzahl an HIV-Positiven und Aids-Kranken hier. In Kumbo ist mir das bisher noch nicht so stark aufgeallen, weil man das den Menschen auf der Straße ja nicht unbedingt ansieht. Aber hier, wo man die Testergebnisse sehen kann, wird mir die hohe HIV-Rate Kameruns zum ertsen Mal richtig bewusst. Theoretisch bekommen alle Patienten kostenlose Medikamente von Entwicklungshilfegeldern und es sind auch einige, die ihre Medizin bei uns abholen. Wieviele aber ungetestet bleiben oder aus Scham lieber zuhause bleiben und vor sich hin vegetieren oder wissen, dass sie positiv sind, es aber einfach nicht wahrhaben wollen und somit den Virus achtlos weiterverbreiten, das weiß keiner so genau und es bleibt eines der größten Probleme Afrikas...
Die wenigen Patienten, die wir haben, müssen dann noch nicht einmal, wie bei uns in Krankenhäusern, von den Krankenschwestern gewaschen, gefüttert oder gepflegt werden. Diese Aufgaben werden in den kamerunischen Krankenhäusern von Familienmitgliedern übernommen. So bekommt jeder Patient sein eigenes Essen von seinem persönlichen „Pfleger“ gekocht (es gibt eine Feuerküche extra dafür auf dem Gelände des health centres), Windeln für frisch geborene Babies werden von den Familien selbst gebracht und gewaschen, die Badewanne für Babies wird selbst gebracht, Wasser zum trinken, Geschirr, Besteck, eientlich alles, was man so braucht, außer Medizin, bringen die Verwandten und Freunde, die für den Patienten sorgen. So bleibt also nicht allzu viel Arbeit für die Krankenschwestern- und pfleger, die vor allem Fieber und Blutdruck messen, Medikamente verteilen, Infusionen legen, Spritzen geben und hier eben auch, da kein Arzt vorhanden ist, Babies auf die Welt bringen und Diagnosen stellen. Viele der Patienten hier kommen mit Malaria, entzündeten Wunden, Durchfall, Husten, einige auch mit Unterernährungserscheinungen, die sie eigentlich nicht haben müssten, weil sich hier jeder mit seiner Farm ausgewogen ernähren könnte. Oft werden aber die Dinge mit den wichtigen Inhaltsstoffen für eine ausgewogene Ernährung, wie Erdnüsse, Bohnen, Kürbiskerne und Obst auf dem Markt verkauft und für sich selbst oder die Kinder bleibt dann nur Fufu, Yams (Knollenfrüchte, ähnlich wie Süßkartoffeln), Kartoffeln, ect., mit Öl zubereitet, vielleicht ein bisschen Njama Najma, gekochte Kürbisblätter oder anderes grünes spinatähnliches Gemüse – auch mit viel Öl zubereitet... Essen, das zwar sättigt, aber nicht besonders nährstoffreich ist.
Außerdem werden hier viele Kinder geboren, es gibt auch ein regelmäßiges Massenscreening für Schwangere und Neugeborene. So habe ich jetzt schon vier Geburten miterlebt, die zum Glück alle gut gegangen sind, mit gesunden Kindern und Müttern. Väter sind hier grundsätzlich nicht bei Geburten dabei und kommen vielleicht mal danach, um das Ergebnis zu begutachten – vor allem, wenn es ein Junge geworden ist. Geburten sind also, wie bei uns auch noch vor einiger Zeit, ganz klar Frauensache. Außerdem sind die Frauen jung! 15, 19 und 20 waren drei von den vier Mütter – alle mit ihrem ersten Kind... und alle verheiratet – ob freiwillig oder nicht, ob aus Liebe oder pragmatischen Gründen, wie alt der Ehemann ist und wieviele andere Frauen er noch hat – das weiß ich nicht und will es vielleicht auch garnicht wissen... Ein oder zwei Tage nach der Gebutr werden die Jungs hier alle beschnitten – aus hygienischen Gründen und, weil jemand unbeschnittenes Schwierigkeiten haben wird, ein Frau zu finden. Da Babies ja noch nicht so viel mitkriegen, bzw. alles wieder vergessen, brauchen sie auch keine Narkose. Das Kind wird ordnetlich festgehalten und dann gehts los. Ganz unter dem Motto: „Was nicht tötet, härtet ab“ ...
Dazu, wie hygienisch und steril hier alles ist, kann ich nicht so viel sagen, weil ich die deutschen Standarts noch nicht so gut erleben konnte – dazu weiß ich einfach noch zu wenig. Vielleicht ist es auch besser, dass ich noch nicht so viel weiß, dann merke ich wenigstens nicht, was alles falsch gemacht wird. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge um mich, denn die Arbeiter hier schützen sich schon ausreichend – vor allem wird auf mich besonders gut acht gegeben =)!
Was außerdem sehr auffällig und bedrückend ist, ist die doch auffällige Anzahl an HIV-Positiven und Aids-Kranken hier. In Kumbo ist mir das bisher noch nicht so stark aufgeallen, weil man das den Menschen auf der Straße ja nicht unbedingt ansieht. Aber hier, wo man die Testergebnisse sehen kann, wird mir die hohe HIV-Rate Kameruns zum ertsen Mal richtig bewusst. Theoretisch bekommen alle Patienten kostenlose Medikamente von Entwicklungshilfegeldern und es sind auch einige, die ihre Medizin bei uns abholen. Wieviele aber ungetestet bleiben oder aus Scham lieber zuhause bleiben und vor sich hin vegetieren oder wissen, dass sie positiv sind, es aber einfach nicht wahrhaben wollen und somit den Virus achtlos weiterverbreiten, das weiß keiner so genau und es bleibt eines der größten Probleme Afrikas...
Samstag, 21. Januar 2011 - erster Bericht aus dem Busch
Hallo Ihr Lieben
Jetzt bin ich schon eine Woche in Tabenken, wohne bei den Nonnen im Convent und arbeite in dem Health Centre, das sie „bewirtschaften“. Sehr sehr viele neue und ganz andere Eindrücke als bisher habe ich in dieser einen Woche schon sammeln können und dabei wird es wohl nicht bleiben...
Tabenken ist ein kleines Dorf, das man erreicht, wenn man von Kumbo aus in den Norden (In Richtung Nigeria) fährt. Ich bin mit dem Motorbike hingefahren mit dem Fahrer meines Vertrauens, Damian, der mich auch immer morgens ins Waisenhaus gefahren hat. Die Fahrt war stuabig und lang (3 h), aber die Landschaft war mal wieder wunderschön anzusehen. Die vier Schwestern, die hier in dem Convent wohnen haben mich alle sehr herzlich empfangen und sind wirklich nett. Zwei von den vieren arbeiten im health centre, die anderen beiden (, die auch die älteren beiden sind) sind zuhause und kochen. Entgegen aller Erwartungen gibt es hier Wasser, Strom und sogar Handy-Empfang (allerdings nur von einem bestimmten Handy-Anbieter, von dem ich leider noch! kein Kunde bin). Das alles sei aber sehr frisch hier (Strom, der nicht die ganze Zeit ausfällt erst seit dem Besuch des kamerunischen Präsidenten Paul Biya in Bamenda, der Hauptstadt der Nord-West-Provinz, in der ich mich hier befinde, im Dezember 2010 und Netzempfang erst seit 4-5 Monaten).
Ich verstehe mich besonders gut mit der jüngsten der Schwestern hier, die vielleich so Mitte 20 ist und mit der ich nachmittags immer aufs Feld gehe, um die Beete zu gießen. Zum Glück liegt dieses Feld direkt an einem kleinen Bach, der durch das Dorf fließt (selbst jetzt in der Trockenzeit hat er relativ viel Wasser) sodass man nicht allzu lange Eimer schleffen muss. Die Feldarbeit ist wirklich anstrengend und schwer und ich bewundere jedesmal aufs neue, wie diese Frauen (Feldarbeit ist hier Frauenarbeit) das alles schaffen. Man sieht hier in der Landschaft überall Felder, die teilweise so groß sind, dass man denkt, das könne nur mit Maschinen geschafft werden, die aber alle mit bloßen Händen (nicht einmal mit Hilfe von Tieren) von den unglaublich starken Frauen dieses Landes bewirtschaftet werden, um ihre Familien zu ernähren und vielleicht ein paar Erdnüsse, Sojabohnen oder Kürbiskerne auf dem Markt zu vekaufen, um das Schulgeld für die Kinder zu bezahlen, oder Seife zum Wäsche waschen (wenn der Mann nicht arbeitet und so noch eine andere Geldquelle bietet, was doch recht oft vorkommt). Ein Mädchen, das im healh centre putzt, hat mir gestern ihre Geschichte erzählt. Sie ist eine von vier Kindern einer nicht verheirateten Mutter, die vor zwei Jahren gestorben ist – Ihre jüngeren Geschwister leben bei der Großmutter, sie selbst ist 18 Jahre alt, hat ein zweijähriges Kind, einen Mann (den sie wahrscheinlich heiraten musste, weil sie schwanger war, um nicht das Gesicht zu verlieren), arbeitet vomittags im health centre (bekommt daf[r im Monat 10000 frs, was nicht einmal 20 Euro sind) geht nachmittags noch aufs Feld und arbeitet weiter und kommt abends nach hause, um für ihr Kind und ihren Mann zu kochen (das Kind ist tagsüber bei seinem Vater, der immerhin auch etwas mithilft und ab und zu aufs Feld zum arbeiten geht, was aber eher eine Ausnahme ist). Sie hat nur die Primary-school abgeschlossen, die hiesige Grundschule, die allerdings 6 Jahre dauert und die verpflichtend ist und nicht so viel kostet, wie die weiterführenden Schule (aber trotzdem noch zu viel – Offiziell gibt es in Kamerun kein Schulgeld mehr, so steht es sogar im Reiseführer, die Realität sieht jedoch ganz anders aus – alle Schulen kosten hier Geld! Korruption!) und wird wahrscheinlich weder die Zeit, noch das Geld dafür haben, irgendwann ihre Bildung zu erweitern. Wenn ich das höre und ihr Leben mit meinem eigenen vergleiche, schäme ich micht für alles, worüber ich mich je beschwert habe, meine eigenen kleinen Probleme sind neben ihren einfach nur lächerlich und absurd. Das aller absurdeste und erstaunlichste dabei ist, dass sie trotz allem gut gelaunt, freundlich un offen ist und man ihr nichts von alledem anmerkt... Ich bin gespalten zwischen großer Bewunderung und gleichzeitig Rat- und Hilflosigkeit, wie ich mit ihr umgehen soll – was soll man denn da sagen, als jemand, der hierher gekommen ist, um zwar Erfahrungen zu sammeln und das Leben hier zu erleben, aber immer mit der Sicherheit und Gewissheit im Hinterkopf: „Ich komme wieder in mein reiches, entwickeltes, behütetes, deutsches Umfeld zurück und werde nach diesem Jahr ganz normal weiterleben wie bisher (Kann ich das überhaupt?); Ich kann hier nichts verändern, ich als kleine, unausgebildete Freiwillige – wo soll ich denn anfangen? Wenn selbst ausgebildete Entwicklungshelfer das nicht schaffen“... Da wird man schon nachdenklich, findet aber natürlich keine Lösung und ist dankbar für jede Ablenkung, wie zum Beispiel die lustigen, singenden, tanzenden Schwestern und ihre Gesprächsthemen, wie zum Beispiel das Klima in den verschiedenen Gebieten Kameruns, in denen sie schon überall gearbeitet haben und die Schweißproduktion anderer Schwestern, oder die Art, wie man Mangos in der Mangozeit so zubereiten kann, dass sie das ganze Jahr über halten und die Begeisterung eines Bischofs dafür... Oder wenn ich mit Sr. Pascaline abends das Aerobicprogramm einer amerikanischen Fitnesstussi, duchgehe, wovon sie eine CD hat, die wohl irgendwann mal eine Schwester besorgt hat, um ihre Mitschwestern fit zu halten. „and kick and kick and walk and walk“ =) oder die lieben afrikanischen Mamas, die immer ganz herzlich und freundlich grüßen. Ansosnten gibt es hier nicht besonders viel Ablenkung. Ich lese viel (endlich mal Zeit für meine vielen mitgebrachten Bücher, die bisher nur im Regal standen), gehe spazieren, in die Kirche, bete abends immer mit den Schwestern (ganz ungezwungen) und bin eigenltich ziemlich zufrieden hier.
Jetzt bin ich schon eine Woche in Tabenken, wohne bei den Nonnen im Convent und arbeite in dem Health Centre, das sie „bewirtschaften“. Sehr sehr viele neue und ganz andere Eindrücke als bisher habe ich in dieser einen Woche schon sammeln können und dabei wird es wohl nicht bleiben...
Tabenken ist ein kleines Dorf, das man erreicht, wenn man von Kumbo aus in den Norden (In Richtung Nigeria) fährt. Ich bin mit dem Motorbike hingefahren mit dem Fahrer meines Vertrauens, Damian, der mich auch immer morgens ins Waisenhaus gefahren hat. Die Fahrt war stuabig und lang (3 h), aber die Landschaft war mal wieder wunderschön anzusehen. Die vier Schwestern, die hier in dem Convent wohnen haben mich alle sehr herzlich empfangen und sind wirklich nett. Zwei von den vieren arbeiten im health centre, die anderen beiden (, die auch die älteren beiden sind) sind zuhause und kochen. Entgegen aller Erwartungen gibt es hier Wasser, Strom und sogar Handy-Empfang (allerdings nur von einem bestimmten Handy-Anbieter, von dem ich leider noch! kein Kunde bin). Das alles sei aber sehr frisch hier (Strom, der nicht die ganze Zeit ausfällt erst seit dem Besuch des kamerunischen Präsidenten Paul Biya in Bamenda, der Hauptstadt der Nord-West-Provinz, in der ich mich hier befinde, im Dezember 2010 und Netzempfang erst seit 4-5 Monaten).
Ich verstehe mich besonders gut mit der jüngsten der Schwestern hier, die vielleich so Mitte 20 ist und mit der ich nachmittags immer aufs Feld gehe, um die Beete zu gießen. Zum Glück liegt dieses Feld direkt an einem kleinen Bach, der durch das Dorf fließt (selbst jetzt in der Trockenzeit hat er relativ viel Wasser) sodass man nicht allzu lange Eimer schleffen muss. Die Feldarbeit ist wirklich anstrengend und schwer und ich bewundere jedesmal aufs neue, wie diese Frauen (Feldarbeit ist hier Frauenarbeit) das alles schaffen. Man sieht hier in der Landschaft überall Felder, die teilweise so groß sind, dass man denkt, das könne nur mit Maschinen geschafft werden, die aber alle mit bloßen Händen (nicht einmal mit Hilfe von Tieren) von den unglaublich starken Frauen dieses Landes bewirtschaftet werden, um ihre Familien zu ernähren und vielleicht ein paar Erdnüsse, Sojabohnen oder Kürbiskerne auf dem Markt zu vekaufen, um das Schulgeld für die Kinder zu bezahlen, oder Seife zum Wäsche waschen (wenn der Mann nicht arbeitet und so noch eine andere Geldquelle bietet, was doch recht oft vorkommt). Ein Mädchen, das im healh centre putzt, hat mir gestern ihre Geschichte erzählt. Sie ist eine von vier Kindern einer nicht verheirateten Mutter, die vor zwei Jahren gestorben ist – Ihre jüngeren Geschwister leben bei der Großmutter, sie selbst ist 18 Jahre alt, hat ein zweijähriges Kind, einen Mann (den sie wahrscheinlich heiraten musste, weil sie schwanger war, um nicht das Gesicht zu verlieren), arbeitet vomittags im health centre (bekommt daf[r im Monat 10000 frs, was nicht einmal 20 Euro sind) geht nachmittags noch aufs Feld und arbeitet weiter und kommt abends nach hause, um für ihr Kind und ihren Mann zu kochen (das Kind ist tagsüber bei seinem Vater, der immerhin auch etwas mithilft und ab und zu aufs Feld zum arbeiten geht, was aber eher eine Ausnahme ist). Sie hat nur die Primary-school abgeschlossen, die hiesige Grundschule, die allerdings 6 Jahre dauert und die verpflichtend ist und nicht so viel kostet, wie die weiterführenden Schule (aber trotzdem noch zu viel – Offiziell gibt es in Kamerun kein Schulgeld mehr, so steht es sogar im Reiseführer, die Realität sieht jedoch ganz anders aus – alle Schulen kosten hier Geld! Korruption!) und wird wahrscheinlich weder die Zeit, noch das Geld dafür haben, irgendwann ihre Bildung zu erweitern. Wenn ich das höre und ihr Leben mit meinem eigenen vergleiche, schäme ich micht für alles, worüber ich mich je beschwert habe, meine eigenen kleinen Probleme sind neben ihren einfach nur lächerlich und absurd. Das aller absurdeste und erstaunlichste dabei ist, dass sie trotz allem gut gelaunt, freundlich un offen ist und man ihr nichts von alledem anmerkt... Ich bin gespalten zwischen großer Bewunderung und gleichzeitig Rat- und Hilflosigkeit, wie ich mit ihr umgehen soll – was soll man denn da sagen, als jemand, der hierher gekommen ist, um zwar Erfahrungen zu sammeln und das Leben hier zu erleben, aber immer mit der Sicherheit und Gewissheit im Hinterkopf: „Ich komme wieder in mein reiches, entwickeltes, behütetes, deutsches Umfeld zurück und werde nach diesem Jahr ganz normal weiterleben wie bisher (Kann ich das überhaupt?); Ich kann hier nichts verändern, ich als kleine, unausgebildete Freiwillige – wo soll ich denn anfangen? Wenn selbst ausgebildete Entwicklungshelfer das nicht schaffen“... Da wird man schon nachdenklich, findet aber natürlich keine Lösung und ist dankbar für jede Ablenkung, wie zum Beispiel die lustigen, singenden, tanzenden Schwestern und ihre Gesprächsthemen, wie zum Beispiel das Klima in den verschiedenen Gebieten Kameruns, in denen sie schon überall gearbeitet haben und die Schweißproduktion anderer Schwestern, oder die Art, wie man Mangos in der Mangozeit so zubereiten kann, dass sie das ganze Jahr über halten und die Begeisterung eines Bischofs dafür... Oder wenn ich mit Sr. Pascaline abends das Aerobicprogramm einer amerikanischen Fitnesstussi, duchgehe, wovon sie eine CD hat, die wohl irgendwann mal eine Schwester besorgt hat, um ihre Mitschwestern fit zu halten. „and kick and kick and walk and walk“ =) oder die lieben afrikanischen Mamas, die immer ganz herzlich und freundlich grüßen. Ansosnten gibt es hier nicht besonders viel Ablenkung. Ich lese viel (endlich mal Zeit für meine vielen mitgebrachten Bücher, die bisher nur im Regal standen), gehe spazieren, in die Kirche, bete abends immer mit den Schwestern (ganz ungezwungen) und bin eigenltich ziemlich zufrieden hier.
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